Kommunalwahlprogramm 2014-2019

  1. Wohnen

Babelsberg und Zentrum Ost – wie auch Potsdam – müssen Wohnort für alle Bevölkerungs-, Einkommens- und Altersgruppen sein. Dementsprechend sind Wohnbaupotenziale zu identifizieren und ein nachfrageorientiertes Wohnungsbauprogramm zu entwickeln. Dabei ist es wichtig das Wachstum behutsam zu entwickeln, d.h. die Charakteristika, die Babelsberg (und Potsdam) als Wohnstandort attraktiv machen, wie die Mischung von Grün und Bebauung, ausreichende soziale Infrastruktur und altersgerechter-barrierefreier Wohnraum, müssen berücksichtigt werden. Weiterhin unterstützen wir Maßnahmen, die preisstabilisierend wirken, wie z.B. die soziale Sanierung der Heidesiedlung oder den Verkauf von Flächen und Häusern an Bauherrengemeinschaften und Baugenossenschaften. Bei Großbauvorhaben sind die Kosten der sozialen Infrastruktur mit zu betrachten und ggf. von den Investoren mit zu tragen. Im Besonderen ist darauf hinzuwirken, dass Babelsberg seinen Charakter als lebendiger Wohnort behält und ausbaut. Das beinhaltet das beieinander von Wohnen und Arbeiten und das Angebot eines ausreichenden Einzelhandels- und Nahversorgungssystems. So sind vor allem die Weiterentwicklung des Weberparks und die weitere Qualifizierung des Areals Karl-Liebknecht-Straße/Rudolf-Breitscheid-Straße als Einkaufs- und Dienstleistungsquartier und der Ausbau des Anwohnerparkens weiter fortzusetzen. Wir unterstützen die Weiterführung des Geschäftsstraßenmanagements durch das Stadtkontor. Die Lebendigkeit mit Einzelhandel, Dienstleistern, Cafés und Kneipen soll erhalten bleiben. Die Wohnumfeldverbesserung sowie die Qualifizierung der Nahversorgung um die Kaufhalle im Zentrum Ost ist konsequent weiter zu verfolgen.

2. Familie, Bildung und Soziales

Babelsberg und Zentrum Ost verfügen über ein gut entwickeltes Netz an Sozialen-, Kinder-, Jugend- und Senioreneinrichtungen. Das beinhaltet ein dichtes ÖPNV-Netz und eine hochwertige Gesundheitsinfrastruktur. Dazu gibt es Grund- und Oberschulen und Gymnasiale Bildungsangebote mit unterschiedlicher konfessioneller als auch methodischer Ausrichtung, jeweils mit außerschulischen Lern- und Betreuungsangeboten. Die Berufsbildungsstätten verschiedener Träger gehören ebenfalls dazu. Für Familien gibt es ein dichtes Kita-Netz, Horte aber auch z.B. die Kunstschule im AWO Kulturhaus, die Angebote des Lindenparks, Freilands und der Zimtzicken. Diese Angebote machen die hohe Qualität des Wohnstandort Babelsberg und Zentrum Ost aus und sind zu erhalten. In einer auch älter werdenden Gesellschaft gilt unser besonderes Augenmerk den Senioren. Für sie sind barrierefreie Fußwege, ein dichtes ÖPNV-Netz, Seniorentreffs und viele Gesundheitseinrichtungen vorhanden, um aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu gewährleisten. Das Oberlinhaus ist seit über 100 Jahren das diakonische Kompetenzzentrum für ganzheitliche generationsübergreifende Rehabilitation, Bildung und Gesundheit in der Region Berlin-Brandenburg und Beispiel für eine zeitgemäße Form von Inklusion. Dieses gut entwickelte System gilt es zu erhalten und weiter zu entwickeln.

3. Verkehr 

Behutsame und qualifizierte Verkehrsentwicklung heißt für uns, den Bewohnern, Besuchern, Touristen und Kunden Angebote zur emissionsfreien Mobilität in der Stadt und in die Stadt zu bieten. Dazu gehören der Ausbau des Radwegenetzes, mehr Fahrradstellplätze an allen Bahnhöfen und Knotenpunkten des ÖPNVs und die regelmäßige Optimierung des ÖPNVs. Zudem müssen die Kurzzeitparkmöglichkeiten in der Karl-Liebknecht-Straße erhalten werden. Die Fußläufigkeit in Babelsberg zwischen S-Bahn, Straßenbahn, Bussen und Lutherplatz, Karl-Liebknecht-Straße, Weberplatz und im Kaufhallenumfeld von Zentrum-Ost muss unbedingt behutsam weiterentwickelt werden und als Aufenthaltsqualität des Stadtkerns stärker ins Bewusstsein gerückt werden. Für Familien und Senioren ist eine sichere Verkehrssituation von hoher Bedeutung, daher ist durch geeignete Maßnahmen, z.B. Ausbau von Tempo 30 Zonen in Wohngebieten, für die Umsetzung von barrierefreiem Verkehr zu sorgen. Der Schulwegsicherheit muss erste Priorität eingeräumt werden. Der S-Bahnhof Babelsberg und sein direktes Umfeld muss seiner Funktion entsprechend saniert und mit weiteren Fahrradstellplätzen versehen werden. Im Umfeld ist Anwohnerparken vorzusehen, gleichzeitig müssen an allen Bahnhöfen ausreichende Möglichkeiten für Park & Ride bzw. für die Anschlussnutzung des ÖPNV geschaffen werden.

4. Universitätsstandort

Der Universitätsstandort am Griebnitzsee trägt im hohen Maße zur Lebendigkeit unseres Stadtteils bei. Daher müssen sowohl für die Entwicklung der Universität als auch für die Ausgründungen ausreichende Kapazitäten zur Verfügung. Die Möglichkeit des studentischen Wohnens muss in Babelsberg erhalten bleiben. Nur wenn der Ersatz gesichert ist, soll einem Abriss von Wohnheimen zugestimmt werden.

5. Freies Ufer

Die Öffnung des Uferwegs Griebnitzsee und die Verhinderung weiterer Einschränkungen der öffentlichen Nutzung der Griebnitzsee, Havel- und Nuthe Ufer ist weiter zu verfolgen. Dabei sind alle alternativen Finanzierungsmöglichkeiten zu prüfen und auszuschöpfen, um eine Minderung des kommunalen Finanzanteils zu erreichen. Das städtische Uferkonzept – u.a. die Entwicklung der städtischen Uferflächen – soll weitergeführt werden.

6. Sport

Babelsberg ist Sportstadt. Neben der, durch die Parks hervorragenden Jogger und Walkermöglichkeiten, kann man unter sehr guten Bedingungen Radfahren und Schwimmen. Mit dem Karl-Liebknecht-Stadion, dem Stadion an der Sandscholle und dem Stadion in der Rudolf-Breitscheid-Straße hat Babelsberg 3 große Fußballtaugliche Sportplätze. Alle Möglichkeiten für Breiten-, Kinder- und Jugendsport sind zu sichern und auszubauen. Es gelten der Erhalt und die qualifizierte Weiterentwicklung der Sportflächen, Hallen und des Stadions unter Beachtung größtmöglicher öffentlicher Nutzung. Das Projekt „Nowawiesen“ zwischen Park Babelsberg und Nutheschnellstraße, muss zügig unter Beachtung einer realistischen und zumutbaren Betreibung realisiert werden. Babelsberg hat auch mehrere Sporthallen, die gemischt von Schulsport und Sportvereinen genutzt werden. Der Sanierungsstau aus den 90-iger Jahren konnte in den letzten Jahren abgebaut werden, mit Ausnahme der außerordentlich gut genutzten „Motorhalle“. Diese muss dringendst saniert und damit erhalten bleiben! 

7. Kultur

Babelsberg hat neben dem Babelsberger Park und dem Glienicker Volkspark, den Filmpark als überregionalen Anziehungspunkt. Babelsberg hat eine unter höchsten denkmalpflegerischen Aspekten sanierte Innenstadt mit einer lebendigen Stadtteilkultur. Dazu gehören das AWO Kulturhaus mit integrierter Kunstschule, der Lindenpark, das Thalia Kino, das Stadtteil-museum, private Galerien, eine lebendige Chorlandschaft und Cafés und Kneipen. Als temporär vielfältig nutzbarer zentraler Platz hat sich mit Wochenmarkt, Weberfest, böhmischen Weihnachts-markt und kleineren Kulturhighlights der Weberplatz entwickelt. Das AWO Kulturhaus, das Stadtteilmuseum und der Weberplatz mit seinen multifunktionalen Nutzungsmöglichkeiten müssen als Schnittstelle für Alt- und Neubabelsberger qualifiziert und behutsam weiterentwickelt werden. Die Reste Babelsberger Industrie-Architektur sollten funktionell integriert und mehr Aufmerksamkeit erhalten. Das gilt sowohl für die Reste des Orenstein und Koppel/ Karl Marx Werkes, der Filmindustrie als auch für Reste der kleinteiligen Textilindustrie die noch vorhanden sind.

8. Entwickeln von Brachflächen

In Babelsberg und Zentrum Ost gibt es innerörtliche Brachflächen, die behutsam und ohne weiteren Nutzungs- und Investitionsdruck entwickelt werden sollen. Guten, innovativen Ideen ist der Vorzug vor dem höchstmöglichen Preis zu geben. Wir unterstützen die Schaffung von hochwertigem Gewerbe und Arbeitsplätzen durch Industrieansiedlung, Existenzgründung und Uni-Ausgründungen in Wohnortnähe.

Als Beispiele seien die Areale genannt: 

–           Glasmeisterstraße/altes Gaswerk/Grünanlage

–           Großbeerenstraße (GIP und Umfeld bis zur Nuthe hin) 

–           Erweiterung der Medienstadt (beiderseits der Großbeerenstraße)

–           Hauptbahnhofsumfeld und TLG Gelände (an der Nuthe-Zentrum Ost) –           Gartenstraße/Ahornstr. für hochwertiges Gewerbe